Ecuador – Urwalderlebnis am …

admin | Februar 2nd, 2010 - 08:07

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…Rio Napo. Der Dschungel am Rio Napo erwartet Sie !


Etwas im Osten der Andenkordillere Ecuadors fällt das Land in das Amazonasbecken ab und man befindet sich nach einem Aufenthalt in der Hauptstadt Quito (2.800m) plötzlich im heißen, tiefgelegenen Regenwald wieder, der 30% des ecuadorianischen Territoriums einnimmt. Hier fliessen die grossen Ströme Rio Pastaza und Rio Napo dem Amazonas entgegen. Kommt man mit dem Flugzeug über die Anden, sieht man aus der Vogelperspektive die Wunden, die Rodungen und Zivilisation in den Regenwald geschlagen haben. Je weiter man dem Verlauf des Rio Napo Richtung peruanischer Grenze nach Osten folgt, desto ursprünglicher wird die Natur. Schließlich erreicht man den Yasuní – Nationalpark, den mit 1 Million qkm grössten Nationalpark Ecuadors. Hier hat man noch die Chance, Einblicke in unberührte Regenwaldfauna  zu gewinnen.

Die Anreise zur Lodge beginnt mit dem Flugzeug in Quito. Unser Gepäck wurde bereits am Flughafen der Hauptstadt von Vertretern der Lodge in Empfang genommen und reist separat. Wir fliegen über die östliche Andenkordilliere – aus den Wolken schauen nur die höchsten Andenvulkane mit ihren gut 5.000 m Höhe heraus. In einer Stunde sind wir in Puerto Francisco des Orellana, unten im Amazonastiefland. Von hier aus werden wir mit einem Schnellboot den Rio Napo hinuntergebracht. Bei niedrigem Wasserstand bedarf es viel Erfahrung, um nicht mit einer der vielen Sandbänke im Fluß oder mit Treibholz zu kollidieren. Nach zwei Stunden macht das Boot an einem Anleger fest und wir gehen auf einem Bohlenweg 30 Minuten lang in den Urwald hinein, um an einer wunderschönen Lagune anzukommen. Dort warten Kanus auf uns, mit denen wir über den See zur Lodge gebracht werden. In den Bäumen heißen uns Hoatzins mit ihrem lauten Kreischen willkommen. Alles was zur Versorgung der Touristen zu unserer Lodge muss, muss den beschriebenen Weg nehmen. Straßen gibt es hier draußen nicht!



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Ich verbringe die Tage im Urwald in der Lodge. Es handelt sich um eine der exklusiven Urwald – Herbergen am unteren Rio Napo, in Naturbauweise so in den Urwald gebaut, dass sie die Baumwipfel nicht überragt. Sie liegt in einem 3.500 ha großen Privatreservat unweit des Yasuní – Nationalparks. Die Lodge besteht aus einem Haupthaus, rustikalen Cabañas die fast 30 Gäste aufnehmen können, einem Bootshaus mit Bar und Liegeterrasse an der Lagune und Wirtschaftsgebäuden. Alle Gebäude stehen auf Pfählen und sind mit Holzstegen untereinander verbunden, so dass man abends nach Hause gehen kann, ohne die Kaimane zu stören, die man nachts schon einmal unter den Gebäuden beobachten kann. Man entbehrt hier nichts:

das Essen ist super und bekömmlich, der Tag beginnt mit mehreren frischen Säften von Früchten, deren Namen man noch nie gehört hat. Die Cabañas sind geräumig und mit Mückennetzen ungezieferfrei, haben eine Dusche und einen Balkon mit Hängematte. Von ihr aus kann man Vögel beobachten und abends nachsehen, ob die Fledermäuse, die tagsüber unter dem Dach der Hütte schlafen, schon auf Pirsch gegangen sind. Man kann Regenponchos und Gummistiefel ausleihen, die für jeden Gast gereinigt und desinfiziert werden.

Frühmorgens und am Nachmittag, wenn die Hitze nicht ganz so heftig ist, unternehmen wir Kanufahrten durch den Urwald. Das Naturerlebnis ist einzigartig. Der Einbaum gleitet fast lautlos durch den Busch, über uns das geschlossene Blätterdach der Urwaldriesen. Hinten paddelt ein indigener Guide, vorne ein akademischer deutschsprachiger Naturführer. Von den gut 500 hier lebenden Vögeln kennt er die meisten am Aussehen und an der Stimme. Von den bemoosten umgefallenen Bäumen hängen Orchideen zu uns herunter. Ohne Führer würden wir vieles nicht sehen.

Auf unseren Fußmärschen bewegen wir uns besser in Gummistiefeln. Am Anfang mag da noch der Gedanke eine Rolle spielen, dass sie uns vor Tieren schützen könnten. Der Naturführer zeigt uns Brüllaffen in den Bäumen, liest Pfeilgiftfrösche unter einem Blatt auf, demonstriert uns die Herstellung der Jagdpfeile mit dem giftigen Sekret der Froschhaut, ritzt Bäume an, um uns den Rindensaft zu zeigen, aus dem die Eingeborenen naturheilkundliche Salben und Säfte herstellen. Er zeigt uns die speziellen Kokosnüsse, deren Früchte so hart werden, dass sie zum Schnitzen geeignet sind. Kleine Affen mit einer Körpergröße von unter 20 Zentimetern flitzen die Bäume hinauf und hinter und beäugen uns neugierig. Nach der Wanderung sind wir bei der Hitze auch froh, uns in der Hängematte erholen zu können.

Im Sacha Reservat befindet sich ein Canopy – Walk zur Beobachtung des Regenwaldes aus der Vogelperspektive. In einer Höhe von 36 Metern kann man die hin- und herschwingende Hängebrücke entlanggehen, die über 27o m Länge zwischen drei Stahltürmen ausgespannt ist. Als wir am Turm ankommen, können wir bei schwerem Tropenregen zunächst nicht aufsteigen. Es ist schwer, die Kameraausrüstung bei diesen Bedingungen vor Feuchtigkeit zu schützen. Mit Spektiven und Ferngläsern schauen wir den Brüllaffen zu, die im Blätterdach toben und beobachten die vielen Vögel, die langsam wieder aus ihren geschützten Verstecken auftauchen. Dann erleben wir den Sonnenuntergang über den Urwaldriesen. Keiner mag wieder runter, obwohl noch 2 km Fußmarsch vor uns liegen.

Mit dem Boot geht es vor Sonnenaufgang über den Rio Napo in den Yasuní-Nationalpark. Dort kann man am frühen Morgen verschiedene Arten von Papageien beobachten, die laut kreischend aus den Bäumen herunter kommen, um Lehm zu fressen. Die Lehmwand am Steilufer des Flusses ist schon regelrecht ausgehöhlt. Die Vögel brauchen den Lehm zur Neutralisierung von Giften, die sie mit ihrer Nahrung aufnehmen.  Es kommen verschiedene Arten von Sittichen und Amazonen und begeistern uns mit ihren Farben. Die Touristen warten in Unterständen auf ihre Ankunft. Hier ist Stille angesagt, die Tiere sind scheu. Bei einem lauten Geräusch fliegen sie in einem Schwarm davon und das war’s dann für diesen Morgen.

Resumée

Einen Aufenthalt im Regenwald Ecuadors würde ich jedem empfehlen, der dieses vielseitige Land bereist. In komfortablen Lodges kann man Naturerlebnis und Entspannung verbinden. Der östliche Teil des “Oriente” hat die höchste Biodiversität der Erde. An keiner Stelle kann man so viele verschiedene Arten betrachten, wobei vor allem Amphibien- und Vogelfreunde auf ihre Kosten kommen. Ein Aufenthalt von drei Nächten ist hierbei aus meiner Sicht das Minimum, wenn das Ganze nicht in Stress ausarten soll.

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