Santiago de Chile

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Santiago de Chile ist mit 8 Millionen Einwohner die groesste Stadt Chiles und die Hauptstadt zugleich. Das Stadtgebiet ist Teil der Hauptstadtregion, die neben der Provinz Santiago weitere fünf Provinzen umfasst. Damit leben etwa 45 Prozent aller Chilenen in der Hauptstadt oder in ihrer direkten Umgebung.

Santiago heißt eigentlich nur die Gemeinde, die das Stadtzentrum und das Regierungsviertel umfasst. Die Agglomeration Santiago umfasst hingegen sogar Städte und Gemeinden anderer Provinzen, wie Puente Alto oder San Bernardo.

Die Stadt ist das unbestrittene politische Zentrum Chiles, auch wenn das chilenische Parlament, der Congreso Nacional, in Valparaíso tagt. Santiago ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Chile mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die bedeutendsten Unternehmen Chiles haben ihren Sitz in Santiago, ebenso viele ausländische Vertretungen. Die Hauptstadt ist auch das Medienzentrum des Landes.

Santiago liegt in einem Talkessel am Fluss Río Mapocho. Charakteristisch für die Großregion ist der starke Vulkanismus. Noch heute sind zahlreiche tätige Vulkane vorhanden. Der Aconcagua, mit fast 7.000 Meter Höhe der höchste Gipfel der Anden, ist allerdings kein Vulkan, obwohl er ebenso wie der Mount Everest aufgrund der häufigen Wolkenfahnen an seinem Gipfel lange für einen solchen gehalten wurde.

Die Agglomeration Gran Santiago gliedert sich in 37 selbständige Gemeinden (comunas), von der die Gemeinde Santiago eine ist. In der Hauptstadtregion herrscht ein dem Mittelmeerraum vergleichbares Klima. Es wird stark durch den Humboldt-Meeresstrom entlang der Küste des Landes beeinflusst.


Das Klima in Santiago ist im Allgemeinen trocken, mit schroffen Temperaturwechseln. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 14,0 Grad Celsius, die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 320 Millimeter. Die wärmsten Monate sind Dezember bis Februar mit durchschnittlich 19 bis 20 Grad Celsius und die kältesten Juni bis August mit 8,0 bis 9,0 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt von Mai bis August mit durchschnittlich 70 bis 90 Millimeter, der geringste von November bis April mit durchschnittlich 2 bis 13 Millimeter.

Am 11. September 1973 putschte die Armee unter Augusto Pinochet und blockierte die Verkehrswege und Kommunikation von Santiago nach Viña del Mar und Valparaíso. Mit Kampfflugzeugen bombardierten sie in den frühen Morgenstunden den Präsidentenpalast „La Moneda“. Gegen Mittag begann die Armee mit der Erstürmung des Palastes. Nach kurzem Gefecht ordnete Allende die Kapitulation an, nur er selbst blieb im „Saal der Unabhängigkeit“ zurück und beging Selbstmord.

Gran Santiago wird von keinem Oberbürgermeister regiert, sondern besteht aus 37 selbständigen Comunas (Gemeinden). Ihnen steht die Regierung der Región Metropolitana als übergeordnete Verwaltungseinheit mit hohem politischen Gewicht gegenüber. Jede Gemeinde besitzt einen Bürgermeister mit starken Exekutivbefugnissen gegenüber dem Gemeinderat. Bürgermeister und Gemeinderat werden alle vier Jahre gewählt.

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    Santiago ist ein kulturelles Zentrum und zieht die begnadetsten Künstler klassischer und moderner Musik sowie Tanz- und Theaterkunst des ganzen Landes an. Die Stadt besitzt zahlreiche Klubs, Diskotheken und Lokale. Techno, House und elektronische Musik konkurrieren hier mit Rock und Pop sowie karibischen Rhythmen. Santiago de Chile besitzt auch mehrere Museen. Zu nennen sind hier insbesondere das Museo Histórico Nacional, das Museo de Bellas Artes, das Museo de Artes Visuales, das Museo de la Solidaridad, Salvador Allende und das Museo Chileno de Arte Precolombino. Trotz der langen Geschichte befinden sich nur wenige historische Bauten aus der spanischen Kolonialzeit in der Stadt, da Santiago – wie der Rest des Landes – regelmäßig von Erdbeben heimgesucht wurde. Zu den Gebäuden aus dieser Zeit zählen unter anderem die Casa Colorada (1769), die Iglesia San Francisco (1586) und die Posada del Corregidor (1750). Am Rande der Altstadt liegt der Cerro Santa Lucia, eine grüne Parkoase auf dem Hügel, auf dem Santiago gegründet wurde.

    Santiago ist eine der wenigen Metropolen, von denen aus das Meer ebenso schnell erreichbar ist wie die Skigebiete. In einem Radius von etwa 100 Kilometern von der Stadt entfernt liegen die Badeorte Viña del Mar und Valparaíso sowie zahlreiche Skigebiete der Anden.

    Santiago ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt des Landes mit einem internationalen Flughafen (Aeropuerto Internacional Comodoro Arturo Merino Benítez), sowie Bahnverbindungen und mehreren Busterminals, von denen aus alle größeren Städte des Landes angefahren werden.

    Die gängigste Verkehrsart, um in andere Städte zu kommen, ist der Überlandbus, wo es verschiedene Anbieter und verschiedene Komfortklassen gibt. Diese Klassen teilen sich in Busse mit Standardsitzen bis zu den weit ausgelegten Bus Cama (Bettbusse), die mit den Sitzen eines Business- bis First-Class-Flugzeuges zu vergleichen sind.

    Sehenswürdigkeiten von Santiago de Chile

    Plaza de Armas
    Der Platz ist und war schon immer das Zentrum der Stadt. Er ist tags und nachts belebt und ist bei Santiaguinos und Touristen gleichermaßen beliebt. Schon zu Zeiten der Stadtgründung war dies der zentrale Platz, von dem aus sich die Stadt ausbreitete. Pedro de Valdivia legte ihn persönlich an. Heute steht ein Reiterstandbild des Stadtgründers in seiner Mitte.

    Cerro Santa Lucía
    1872 wurde der schroffe Hügel inmitten der Stadt zum öffentlichen Park umgewandelt. Seither können die Besucher auf verschlungenen Pfaden den Hügel besteigen und von verschiedenen Aussichtspunkten das Stadtpanorama bewundern.

    Parque Forestal
    Der Park erstreckt sich am Südufer des Río Mapocho. Darin liegt der Palacio de Bellas Artes, in dem sich das Museum der schönen Künste (Museo de Bellas Artes) befindet und das Kulturzentrum Estacion Mapocho, in dem die jährliche Buchmesse stattfindet.

    Bellavista
    Das Stadtviertel, in dem der Dichter Pablo Neruda in den 50er Jahren gelebt hat, befindet sich nördlich des Flusses. In dem ruhigen und beschaulichen Viertel konzentriert sich die Gastro- und Ausgehszene.

    Palacio de la Moneda
    Der prächtige Palast wurde im 18. Jahrhundert als Münzprägeanstalt errichtet. Seit der Unabhängigkeit Chiles residierten hier die Präsidenten der Republik. Während des Staatstreichs von 1973 wurde er von den Putschisten bombardiert und blieb lange teilweise zerstört. 1981 bezog der Diktator Pinochet das Gebäude. Heute ist der Palast wieder Sitz des Präsidenten  Chiles.

    Palacio Cousiño
    Der prunkvolle Palast von 1878 ist ein gutes Beispiel für die europäisch beeinflusste Architektur Santiagos.

    Museo de Artes Visuales
    José Victorino Lastarría 307, Plaza Mulato Gil de Castro

    Das Museum der Visuellen Künste wurde 2001 eingeweiht. Es zeigt auf sechs Stockwerken moderne chilenische Kunst.

    Teatro Estación Mapocho
    Centro Cultural Estación Mapocho, Balmaceda 1301

    Das Theater ist Teil des Kulturzentrums “Estación Mapocho”, das sich in einem alten Bahnhofsgebäude befindet. Das Kulturzentrum ist eines der größten und bedeutendsten Chiles.

    Catedral de Santiago
    Die imposante Kathedrale liegt an der Westseite der Plaza de Armas. In ihrer jetzigen Form stammt sie aus dem 18. Jahrhundert. Im Inneren befindet sich ein Museum mit religiösen Kunstwerken.