Peru – Rundreise

admin | Januar 2nd, 2010 - 08:24

peru-reise-tour
Peru Inka, Puno, Titicacasee, Cusco, Machu Picchu, Taquile Peru, Nazca, Ica, Huacachina und andere.

Da wir so unglaublich viel erlebt haben, kann ich natürlich hier nicht alles schreiben, aber ich versuche, euch so gut wie es geht einen Eindruck zu vermitteln. :)

1) PUNO – TITICACASEE

Hier führte uns unsere erste Busfahrt hin. Empfangen wurden wir mitten in der Nacht von Kälte und Regen, aber glücklicherweise zeigten sich die nächsten Tage sonnig und freundlich und so konnten wir die Stadt erkunden, besichtigten den Hafen, den Markt, auf dem Claudio und Fabian ihre Handelskünste zum Besten geben konnten, und einen Aussichtspunkt über der Stadt, einen überdimensionalen Kondor, von dem aus man einen Wahnsinnsblick über Puno und den See hatte. Zum Titicacasee selbst lässt sich sagen, dass 60% peruanischem und 40% bolivianischem Territorium angehören und außerdem ist es ganz wichtig für die Peruaner, dass “Titi” der peruanische Teil ist und “Caca” der bolivianische ;-) … Nachdem wir die Stadt kennen gelernt hatten, besichtigten wir auch die schwimmenden Inseln von Uros und die Insel Taquile, auf der wir eine Nacht verbrachten. Eigentlich stand auf dem Tourprogramm zusätzlich die Besichtigung der Insel Amantani, aber da dort die große Turistenanzahl übernachtet, sparten wir uns die zweite Insel und genossen es, fast als einzige Turisten auf der landwirtschaftlichen und ruhigen Insel Taquile die Nacht zu verbringen. So konnten wir am nächsten Morgen noch ein bisschen das eigentliche Leben der Insel miterleben, bevor dann am Vormittag auch schon der nächste Turistenschwarm ankam.

peru-landkarte2) CUSCO und MACHU PICCHU

Noch am gleichen Abend, an dem wir von Taquile wieder nach Puno zurückkehrten, führte uns die nächste Busfahrt in die Inkahauptstadt Cusco. Hier interessierten uns natürlich die vielen Überreste der Inkakultur, die man hier noch sehen kann. Bei einer “Citytour” besichtigten wir den Tempel Qoricancha in der Innenstadt Cuscos, der erst bei dem starken Erdbeben 1950 zum Vorschein kam. Warum? Die Spanier hatten damals, um den Inkas zu zeigen wer der Herrscher ist, eine Kirche direkt auf die Mauern des Tempels gebaut, weshalb man bis zu besagtem Erdbeben nur die Kirche im Kolonialstil sehen konnte. Beim Erdbeben stürtzte besagte Kirche ein und zum Vorschein kam der vom Erdbeben kaum beschädigte Tempel der Inka… tja, wer hat da wohl die bessere Architektur gehabt? ;-) Weiter gings zu den Ruinen des Tempels von Saqsayhuamán, einem sehr bedeutenden Tempel der Inka, der aber heute leider nur noch zu ca. 30% vorhanden ist, da die Spanier von dort aus Steine abbauten und diese für den Bau ihrer Gebäude zu nutzen. Bedeutend ist der Tempel deshalb, weil er den Puma-Kopf darstellt. Die statt Cusco selbst soll zu Zeiten der Inka die Form eines Pumakörpers gehabt haben; der Tempel war also die Ergänzung zur Stadt, man kann auch heute noch die “Zähne” des Pumas in den Ruinen erkennen. Die zwei nächsten Stationen waren Q’enqo, ein weiterer Tempel, und Pukapukara, eine Zollstelle der Inka, und zum Schluss besichtigten wir noch den Tempel von Tambomachay, dem Wassertempel der Inka, in dem das Wasser der ewigen Jugend fließen soll. Hier kamen die Inkaherrscher her um sich zu Baden und so die ewige Jugend zu bewahren (ob das wohl funktionierte?). Am nächsten Tag machten wir uns dann auch schon auf den Weg in Richtung Machu Picchu. Dieser Weg führte uns durch das Valle Sagrado (das geheiligte Tal der Inka) mit dem Fluss Urubamba, dem bekannten Markt und den archäologischen Stätten von Pisaq und den Ruinen von Ollantaytambo, bis wir schließlich in Aguas Calientes am Fuße des Machu Picchu ankamen, von wo aus wir am nächsten Tag unsere Wanderung zu den berühmten Ruinen starteten. Früh morgens um halb 5 gingen wir im Morgendunst (es war wirklich wahnsinnig neblig) los und erreichten die Ruinen von Machu Picchu eineinhalb Stunden später als Besucher Nr. 34, 35 und 36 :) . Nun werdet ihr euch fragen wieso wir so verrückt waren und uns so früh auf den Weg gemacht haben, aber die Antwort ist ganz einfach: Nur die ersten 400 Besucher, die die Ruinen betreten, dürfen auch den Waynapicchu besteigen und da wir das unbedingt machen wollten, mussten wir natürlich vor den Turistenbussen vor Ort sein, die dann auch kurz nach unserer Ankunft massenweise angefahren kamen. Wir verbrachten den ganzen Vormittag bei den Ruinen, bekamen eine wirklich interessante Führung über alle möglichen Tempel, Gebäude und sonstige Dinge, die die leider nie fertig gestellte Inkastadt zu bieten hat, und bestiegen letztlich auch den Waynapicchu, von dessen Gipfel aus man einen Waaahnsinnsblick über die Ruinen und die komplette Landschaft hatte. Am frühen Nachmittag kehrten wir dann nach Aguas Calientes und schließlich auch nach Cusco zurück und traten am nächsten Tag auch schon die Weiterreise zu den berühmten Nazcalinien an.


3) NAZCA

Unsere Reise führte uns also zunächst weg von der Inkakultur nach Nazca, wo man die berühmten Linien anschauen kann, die noch aus der Preinkazeit stammen. Das Besondere an diesen Linien ist einmal, dass sie mitten in die Wüste gemalt wurden und bis heute noch dort sind ohne zu verwischen oder vom Sand bedeckt zu werden. Manche Menschen glauben deshalb, die Linien wären von Außerirdischen gemacht worden… Eine andere Besonderheit ist, dass einige Bilder Motive aus der Selva (dem Regenwald) darstellen, sprich aus dem Inneren des Landes, während Nazca aber an der Küste liegt. Wir haben die Linien von einem Kleinflugzeug aus angeschaut. Die Motive sind so groß, dass es wenig Sinn macht, sie von der Erde aus zu betrachten. Ansonsten gibt es in Nazca nicht viel zu sehen, weshalb wir dann auch noch am selben Tag weiter nach Ica gereist sind.

4) ICA, OASE HUACACHINA

Noch am gleichen Nachmittag kamen wir in der Oase Huacachina in Ica an, wo wir auch sogleich eine Buggytour durch die Wüste starteten, bei der wir auch die Möglichkeit zum Sandboarden hatten. Am nächsten Tag genossen wir noch die Idylle der Oase mit den riesigen Sanddünen drumherum und nachmittags gings dann auch schon weiter nördlich nach Pisco.

weiter lesen und viele top peru fotos sehen

Chile – Puerto Natales

admin | November 3rd, 2009 - 09:38

puerto natales fjord

puerto natales fjord

Nach 6 Stunden im Bus und einer ziemlich langwierigen Grenzueberquerung (die haben extrem Schiss vor Seuchen durch eingeschlepptes Fleisch, Obst oder Gemuese) sind wir gestern in Puerto Natales angekommen. Ein wunderschoenes Staedtchen am Ultima Esperanza-Fjord. Die Haeuser sind meist flach gehalten und in Pastellfarben bemalt, so dass sich ein skandinavischer Flair entwickelt. Die schneebedeckten Berge drumherum tragen ihren Teil dazu bei. Untergebracht sind wir im Hostel Erratic Rock. Betreiber Bill, der urspruenglich aus Oregon stammt, ist ein unglaublich netter und oekologisch bewusster Mensch, den seine Liebe zu diesem Teil der Welt seit 6 Jahren hier haellt. Es gibt frisch gebackenes Brot, man bekommt Omelett gemacht, der Muell wird getrennt (was ich hier bisher noch nie gesehen hab) und es gibt sogar Einkaufstueten, damit man keine Plastiktueten im Supermarkt benutzen muss. Grossartig!



Jeden Tag um 15 Uhr gibt es eine Infoveranstaltung zum Trekking in Torres del Paine und wir haben uns nun dafuer entschieden auf jeden Fall dort trekken zu gehen. Morgen geht’s los. Die naechsten fuenf Tage lang werden wir dann jeden Tag 15-20 Kilometer laufen und dann abends schoen im Zelt pennen. Es soll zwar morgen angeblich Schnee geben, aber wie bereits gesagt, das Wetter macht hier sowieso was es will.

Weiter ueber Puerto Natales lesen…..
Quelle:rucksacktoursa.wordpress.com




GIF BER-SCL 468x60

Peru – Reisebericht

admin | Oktober 20th, 2009 - 14:06

413585_R_K_by_uschi-dreiucker_1pixelio.de
© uschi dreiucker / pixelio

Hallo,

das letzte Mal befanden wir uns gerade in Lima und haben bei einem Nachtspaziergang die Plaza de Armas und umliegende, beleuchtete Gebaeude angeschaut. Ausserdem war ich ganz hingerissen vom Hotel de España, unserer Uebernachtung fuer eine Nacht. Die “Nacht im Museum” verlief im Gegensatz zum gleichnamigen Film ereignislos, oder ich habe das Lebendigwerden saemtlicher Statuen und Gemaelde glatt verschlafen. Doch der Morgen hatte eine weitere Ueberraschung fuer uns parat. Auf der “Juengling beim Bade” – Statue neben unserem Fruehstueckstisch auf der Dachterrasse sass ein toller roter Ara und kraechzte vergnuegt vor sich hin, waehrend er des Knaben Bein langsam bearbeitete. Und unter unserem Tisch, sowie auf der gesamten Terrasse flitzten ein paar Landschildkroeten durch die Gegend.

Wir beschlossen, heute nach ausgedehntem Fruehstueck gleich weiterzufahren und den grossen Stadtrundgang bei unserem naechsten Besuch in Lima in etwa 3 Wochen zu absolvieren. Gesagt, getan. Die alte Dame an der Rezeption – ich glaube nach ihrer Kenntnis, dass ich in ihr Tante Wikipedia getroffen habe, die uns im Internet immer alle unsere Fragen beantwortet – wies uns den Weg und nach einem Schwatz ueber die Temperamente von Frauen an der Kueste im Vergleich zu den Bergen sassen wir im Bus in Richtung

Pisco

Pisco liegt 3 Stunden suedlich von Lima, etwas abseits der Panamericana, direkt am Pazifischen Ozean. Der von Mari gern getrunkene und in ganz Peru bei Touris beliebte Cocktail Pisco Sour hat seinen Namen von dem hier in der Gegend hergestellten Traubenschnaps. Nur leider ist der Ort haesslich, so dass wir gleich ein Dorf weiter zogen.
Nach Paracas. Nach der die uralte indigene Paracaskultur benannt ist. Hier ist immer alles nach irgendetwas benannt. Nach einigem Suchen bekamen wir auch ein tolles Zimmer, ein 6-Bett-Dorm fuer uns allein und mit dem besten Meerblick des Dorfes. Um den Meerblick noch zu verbessern, schlenderten wir bei untergehender Sonne auf dem vertrocknenden Tang des Strandes entlang und sahen Kormoranen und Pelikanen beim letzten Fluegeltrocknen zu.

Islas Ballestas

Fuer den naechsten Morgen war nach dem Fruehstueck auf, na klar, der Dachterrasse, ein Ausflug mit dem Boot zu den einige Kilometer der Kueste vorgelagerten Islas Ballestas vorgesehen, die Touristenattraktion des Ortes. Und so bestand die gesamte Fracht der Boote aus auslaendischen Touristen, die sich, wie ueberall auf der Welt, Schafen gleich in langer Schlangen formen liessen, um die Boote geordnet zu besteigen. Die Boote, Lanchas, hatten Platz fuer etwa 40 Personen plus Rettungswesten und sogar einen Guide an Bord, dessen Worte leider wegen der Aussenboarder im 1m Abstand mein Ohr nie erreichten. Aber ich bin ja gut im Zusammenreimen.

Wir waren noch gar nicht richtig losgefahren, da tummelten sich 3-4 Delphine (deswegen heissen die wohl Tuemmler) in der Bucht und spielten miteinander. Keine 10 Meter entfernt. Wahrscheinlich erzaehlten sie sich gerade den neuesten Touriwitz. Der Pazifik zeigte sich, wie auch schon in Buenaventura, von seiner pazifistischsten Seite. Keine einzige Welle. Und so erreichten wir ohne Fischfuetterzwischenfaelle nach etwa einer halben Stunde die beruehmten Islas Ballestas. Wofuer sind die beruehmt? Fuer Guano. Das ist Vogelkacke, die als Duenger eingesetzt wird und hier von erbarmungswuerdigen Menschen per Hand ein paar Monate im Jahr angebaut wird. Und wo es viel Vogelkacke gibt, gibt es meistens auch viele Voegel. Die sind so an die Touriboote gewoehnt, dass man vom Wasser aus bis auf wenige Meter an ihre Nester herankommt. Buchstaeblich die ganze Insel ist besetzt von Abermillionen Seevoegeln. Da brauchte ich nicht einmal mein kleines Fernglas. Unten, direkt am Wasser sassen Humboldtpinguine (http://de.wikipedia.org/wiki/Humboldtpinguin), die m.E. am weitesten noerdlich lebende Pinguinart der Erde. Sie flitzen durchs Wasser und kamen dann und wann auf die Felsen geschossen. Weiter oben tummelten sich die wunderschoen bunten Inkaseeschwalben (http://de.wikipedia.org/wiki/Inkaseeschwalbe), etwa lachmoewengross und mit tollem Schnurbart. Dann kamen 3 verschieden Sorten Kormorane (http://en.wikipedia.org/wiki/Neotropic_Cormorant, http://de.wikipedia.org/wiki/Guanokormoran, http://en.wikipedia.org/wiki/Red-legged_Cormorant), die sich zur Feier des Tages in das kleine Schwarze gehuellt hatten, einige auch mit weisser Weste oder roten Schuhen. Und ganz oben ueber ihnen thronten die um einiges groesseren Braunpelikane (http://de.wikipedia.org/wiki/Braunpelikan) und Peruanischen Pelikane (http://en.wikipedia.org/wiki/Peruvian_Pelican), von denen einige gerade erst mit vollem Schnabel heimgekommen waren. Die Insel ist die zerklueftetste, die ich je gesehen habe. Praktisch die halbe Insel besteht aus natuerlich Boegen und Bruecken. Hier moechte ich gern mal mit nem Seekanu durch. Immer wieder ragten kleine Felschen aus dem Wasser. Diese teilten sich dann grosse rote Krabben mit faul in der Sonne rumliegenden Seeloewen. Auch diese liessen sich nicht im geringsten von witzig gaffenden Touristen stoeren und doesten gemuetlich weiter. Nach einer Stunde verliessen wir schliesslich die Inseln, nicht ohne noch einmal unseren verspielten Delphinen Guten Tag zu sagen. Wegen meiner anhaltenden Magen-Darm-Probleme und auch weil wir uns an den Seeloewen ein Beispiel genommen hatten, liessen wir den Nachmittag und Abend dann gammelnd geschehen und erfreuten uns des Lebens.

Flamingos

Am nachsten Tag hiess es packen, nach einem ausgiebigen Fruehstueck auf der Dachterrasse natuerlich, denn wir wollten am Abend weiter nach Nazca fahren und so mussten wir auschecken. Sofort los wollten aber auch nicht los und so schnappten wir uns ein Taxi, das uns einige Kilometer suedlich an den Rand des Nationalparkes von Paracas brachte und latschten los. Und sahen… Rosa Flamingos. Die standen da im menschenleeren flachen Wasser und durchseierten froehlich die warme Bruehe nach essbarem Krebsgetier. Schoen.
Flamingos hatte ich auch noch nie in freier Wildbahn gesehen. Da hat sich die Reise ornithologisch ja voll gelohnt. Nachdem wir uns satt gesehen haben und unsere Schuhe im Watt mehrfach eingesunken und nass waren, traten wir den Rueckzug an. Immer am Strand entlang. Hier mal eine Muschel aufhebenderweis bewegten wir uns langsam aber sicher zurueck in die Zivilisation. An schicken Villen vorbei. Aber an keinen weiteren Flamingos. Der Nachmittagsbus brachte uns dann ueber Ica in 4 Stunden hinunter nach Nazca.

Nazca – Die Linien

Nazca liegt inmitten einer ausgedehnten Steinwueste, in der praktisch nie Regen faellt. Eigentlich koennte das Dorf gar nicht ueberleben, aber die Touristen sorgen schon dafuer. Entsprechend aufdringlich ist auch der Empfang am Bus. Man hat noch gar kein Gepaeck in der Hand und am besten schon in 5 Hostels eingecheckt. Meine Reisen durch Asien haben mir da ein ordentliches Fell beschert und so kamen wir unbehelligt aus den Busbahnhof und in das Hostel, das wir uns aussuchten. Warum kommen eigentlich immer wieder Menschen hierher? Mmmh, wer von euch noch nie von den Nazca-Linien gehoert hat, moegen das bitte in einem geeigneten Buch ueber Allgemeinbildung nachschlagen. Erich von Daeniken laesst gruessen!

Diese Linien wurden von der genauso benannten Kultur vor 2500 bis 1500 Jahren in der Pampa gelegt, na eigentlich raeumte man nur alle anderen, von der Sonne braun gewordenen Steine weg, und weil es hier so gut wie nie regnet, gibt es sie noch heute. Als erste begann die deutsche Mathematikerin Maria Reiche 1940 die Linien zu erforschen und erstmals zu kartographieren. 1968 folgte dann der allseits beliebte Kamerad Erich von Daeniken, der sie, wie koennte man es auch anders annehmen, fuer Landebahnen fuer ausserirdische Raumschiffe hielt. Nur leider konnte er nicht erklaeren, warum manche dieser Landebahnen ueber Bergruecken verlaufen. Seitdem beissen sich ganze Heerscharen von Wissenschaftlern an den Linien die Zaehne aus, da die Nazca leider nichts schriftliches hinterlassen haben und von europaeischen Krankheiten der Konquistradoren leider komplett vernichtet wurden, ehe sie jemand fragen konnte, und jeder Wissenschaftler hat eine noch grandiosere Idee ihrer Bedeutung.

Wir wollten die Linien, Affe, Baum, Walfisch und Astronaut mit eigenen Augen sehen und so buchten wir einen Rundflug ueber Nazca. Jimmy und ich wurden unterschiedlichen Flugzeugen zugeteilt. Ich flog zuerst, in einer einmotorigen Cessna fuer 5 Passagiere auf dem Copilotensitz. Ich hab auch nichts angefasst, Ehrenwort, deswegen kann ich euch heute von dem Flug berichten. Diese kleinen Maschinen sind toll. Der Innenraum ist nicht groesser als bei einem Auto, man macht jedes Luftloch mit und fliegt tief genug, um eine auf einer Nazca-Linie sitzende Eidechse ins Auge sehen zu koennen. Diese Linien waren schon sehr eindrucksvoll, vor allem wenn man bedenkt, dass sie auch damals nur von der Luft zu sehen waren. Heute glauben einige, und der Theorie folge ich, sie zeigen schamanisch bedeutende Wesen, deren Linien zu bestimmten Ereignissen als Prozessionsweg abgelaufen wurden, um so einen bestimmten Gott anzurufen. Zuerst sahen wir den Walfisch, dann den mit einem Helm bestueckten Astronauten, die Spinne, den Affen mit dem eingerollten Schwanz und kurz hinter dem Kolibri kamen 3 so bloed getimete Luftloecher, dass mein geschundener Magen mein Fruehstueck in eine gluecklicherweise bereitgestellte Tuete befoerderte. Das ist mir vorher auch noch nicht passiert. Der Pilot entschuldigte sich, obwohl er nun gar nichts dafuer konnte und ich sah mir mit verschwommenen Blick noch den Toelpel, die Eidechse, den Baum und die Haende an, bevor wir landeten. Als ich wieder festen Boden unter den Fuessen hatte, ging es mir schlagartig wieder gut und so setzte ich mich mit etwas Wasser in den Schatten, um auf Jimmy zu warten. Dem ging es erst dreckig, als er gelandet war und so beschlossen wir, einen relaxten Nachmittag im Hostel mit quatschen, lesen und Gedaerme beruehigen zu verbringen.

Nazca – Der Tempel

Nach dem Aufstehen hiess die erste Frage: Und, wie geht es dir? Super! Und dir? Ebenso! Nach dann stand ja weiteren Unternehmungen nichts mehr im Weg. Unser Bus nach Cusco wuerde erst um 20 Uhr abfahren und so hatten wir den ganzen Tag Zeit, uns die Gegend anzuschauen. Wir nahmen uns einen Guide, der uns in seinem kleinen Daewoo in die Steinwueste vor der Stadt brachte. Wer in Marokko war, stelle sich bitte die Landschaft so vor, wie den Hohen Atlas. Ueberall nur Sand und Stein, ab und zu durchbrochen von landschaftlich abwechslungreichen Kieseln und Felsen. Nur ab und zu zeichnen kleine Guarangobaeume den Lauf der unterirdischen Verlaeufe des Grundwassers nach. Und diese wussten die extrem vom Wasser abhaengigen Nazca vor 2000 Jahren schon zu nutzen. Sie bauten Aquaedukte unter der Erde, die sie mit Baeumen vor Verdunstung schuetzten und lenkten so das lebensspendende Nass auf ihre Felder. Nachdem wir einen solchen Aquaedukt besichtigt hatten, fuhr uns der Guide 25km raus in die Wueste, dorthin wo man wohl Menschen bringt, die nie wieder Tageslicht sehen sollen. Aber unser Guide war uns wohlgesonnen und brachte uns zum Tempelkomplex von Cahuachi. Dort sass der Mann mit dem wohl einsamsten Job der Welt und liess unseren Guide sich in ein Buch eintragen. Uns wurde gesagt, dieser Mann sitze da bei seiner Huette Tag und Nacht, bewache den Tempelkomplex und habe sonst keine Aufgaben oder Beschaeftigungen. Das waer doch der optimale Gelderwerb fuer so manchen World-of-Warcraft-Suechtigen. Der Komplex von Cahuachi ist bisher kaum freigelegt worden. Nur ein Tempel von geschaetzten 20 die am Ende dieses kargen Tals liegen sollen. Eine kleine Lehmziegelpyramide. Doch keine Quader wurden zum Bau verwendet, sondern verzahnte, konische Strukturen, die den Bau vor Erdbeben schuetzen sollten. Ausserdem fanden wir Loecher im Boden, die zu unterirdischen Zisternen fuehrten, welche das koestliche Nass fuer die Priester aufbewahrten. Jetzt weiss ich, wie sich ein Archaeologe fuehlt, der eine Staette neu entdeckt und nichts ueber deren Kultur weiss. Auf der Ruecktour hielten wir noch an einem Friedhof. Zumindest war es mal einer vor 1000 Jahren. Heute liegen nur sauber gebleichte Knochen verloren in der Wueste auf kleinen Haufen, den die Grabraeuber uebrig gelassen haben. Ein trauriger Anblick der Vergaenglichkeit.

So, und von Cusco und der Fahrt dorthin erzaehl ich euch ein andermal. Macht es gut, gehabt euch wohl, habt euch lieb und beschaeftigt euch mit Vernuenftigem. Oder auch nicht. Auf jeden Fall wuensch ich euch alles Gute und carpe diem,

Stefan