Peron Evita

admin | Dezember 14th, 2009 - 07:01

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Argentinien – Peron Evita


María Eva Duarte de Perón (auch Eva Ibarguren, Evita genannt; * 7. Mai 1919 in Los Toldos; † 26. Juli 1952 in Buenos Aires) war die Primera Dama („First Lady“) Argentiniens und die zweite Frau des Präsidenten Juan Domingo Perón.

Das Musical «Evita» ist weltweit ein Kassenschlager und rührt gleichzeitig die Herzen eines weltweiten Publikums. Nun kommt «Evita» am Samstag, 19. Dezember, 20 Uhr, in einer Produktion der Times Square Production London/Berlin in Zusammenarbeit mit der Arena Show und Entertainment Xanten sowie des Musicaltheaters Brünn (Tschechien) in die Stadthalle Alsdorf.

Im vergangenen Jahr konnte das Ensemble hier bei fast ausverkauftem Haus begeistern.

Das Erfolgsmusical von Andrew Lloyd Webber (Musik) und Tim Rice (Text) schildert den Aufstieg der ehrgeizigen Provinzschönheit Eva Duarte zur First Lady Argentiniens an der Seite des Diktators Juan PŽron bis zu ihrem frühen Krebstod mit 33 Jahren. Ihre Beerdigung ist sozusagen der «Einstieg» in die Geschichte.

In einer Rückblende erzählt der ebenfalls in Argentinien geborene kubanische Revolutionär Ernesto «Che» Guevara in der Rolle ihres Gegenspielers das Leben der früh Verstorbenen aus seiner Sicht. «Che» legt alle charakteristischen Facetten der Persönlichkeit Evitas preis.

Da ist einerseits ihre eiskalte Berechnung, mit der die mittelmäßig begabte wie strahlend schöne Schauspielerin zahlreiche Liebhaber zur …

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Buenos Aires – Sex

admin | Oktober 26th, 2009 - 03:35

Buenos Aires Motel

Buenos Aires Motel

Fotoquelle: TripsByTips – Ivana

Liebe hat nur ein Ort

Die Gaeste kommen nicht zum Schlafen hier und die Nacht hat 90 min. – in den Stundenhotels verkehren Paare, Jugendliche und Ehebrecher.

Vier Buchstaben, die Erzaehlungen ausloesen, in denen von sagenhaftem Sex, grenzenloser Leidenschaft, manchmal auch von ein bisschen Liebe die Rede ist. Wenn sie gut ausgehen. Aber nicht alle Geschichten enden gluecklich.

Mariana, 33, Akrobatik-Lehrerin: Meine erste Nacht in einem Telo war weder schön noch romantisch. Ehrlich gesagt: Es war einfach nur scheißkalt.

Niemand weiß genau, wann der Lunfardo, der Jargon vom Rio de la Plata, dem Wort »Hotel« in die Glieder fuhr, seine Silben vertauschte und das »Telo« schuf – ein Etablissement, das die Nacht im Neunzigminutenrhythmus taktet und Zimmer für Gäste bereithält, die nicht zum Schlafen herkommen. Es gibt Menschen, die behaupten, Argentiniens Stundenhotels seien 100 Jahre alt, andere datieren ihre Anfänge auf die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Fest steht, dass es spanische Einwanderer waren, die als Erste aufhörten, Fragen zu stellen, wenn Paare ihre Pensionen betraten, ohne Rückzugsraum in den engen Familienunterkünften, um einander zugeraunten Absichten Taten folgen zu lassen, beschwingt vom Fernet, angespitzt vom drängenden Versprechen der Tangos.

Ramón, 37, Unternehmer: Viele Telo-Kunden sind Jugendliche, die ihren Partner nicht mit nach Hause nehmen dürfen. Sie gehen vor allem an den Wochenenden hin, samstags muss man manchmal Schlange stehen, um ein Zimmer zu kriegen. Während der Mittagspause und am frühen Abend, nach Dienstschluss, kommen die Ehebrecher – und das sind die meisten. Somos un país tramposo, Argentinien ist ein betrügerisches Land.

Offiziell werden die Stundenhotels als »Albergues Transitorios« bezeichnet, Übergangsherbergen, und allein im Stadtgebiet von Buenos Aires gibt es rund 170 von ihnen. Der Preis für ein Zimmer schwankt zwischen 30 und 450 Peso, 5 bis 80 Euro, pro turno von eineinhalb Stunden, je nach Lage, Service und Ausstattung. Das Angebot reicht von freudlosen Kaschemmen im Bahnhofsviertel Constitución über unscheinbare Wohngebäude in Palermo, wo nur dezente Schilder und die typischen Sichtschutzhecken vor der Eingangstür auf die Sondernutzung hinweisen, bis hin zu den großen, edelglatten Neubauten an der zwölfspurigen Panamericana, jenseits der Stadtgrenze.

Wollte man so etwas wie einen kleinsten gemeinsamen Telo-Nenner ausmachen, könnten es die Spiegel an den Zimmerdecken sein, die Gratiskondome auf der Bettkante, die Schalttafeln am Betthaupt zur Inszenierung mehr oder weniger raffinierter Illuminationsszenarien, der kostenlose Pornokanal im Fernsehen. Am ehesten wohl alles zusammen.

Juan Pablo, 34, Kameramann: Als ich das erste Mal mit einem Mädchen in einem Telo war, hab ich mich so für die ganzen Lichtschalter begeistert, dass ich mehr an ihnen rumgefummelt hab als an ihr. Ich glaube, sie hat das persönlich genommen.

In Constitución, nahe dem Bahnhof, von wo aus die Züge in die Elendsviertel im Süden der Hauptstadt fahren, stehen die Mädchen aus der Karibik schon am Nachmittag am Straßenrand. Jungs in Kapuzen-Sweatshirts sitzen mit Bierflasche in der Hand auf den Stufen der Telefonkioske. In einem Hauseingang befühlt ein Mann mit zerschnittenem Gesicht das getrocknete Blut auf seinen Wangen, eine Sirene heult, und der Taxifahrer fragt noch einmal, ob er wirklich hier halten soll. Wer in Constitución ein Zimmer mietet, hat seine Begleitung kurz vorher auf der Straße kennengelernt, oder er hat so wenig Raum und Geld zum Leben, dass eine abschließbare Tür zwischen sich und den Kindern, den Schwiegereltern, der Großmutter, dass ein Wall gegen den Rest der Welt als Luxus erscheint, und sei er nur aus Pressholz.

Buenos Aires Motel2

Buenos Aires Motel2

Fotoquelle: TripsByTips – Ivana
Umgerechnet fünf Euro kostet die Spezialsuite im Alojamiento Biarritz pro turno. An der Rezeption wirft Spiegelglas die Blicke der Gäste auf sich selbst zurück und zeigt dabei meistens einen Mann, der sich durch einen schmalen Schlitz im Glas nach dem Zimmerangebot erkundigt und im Voraus zahlt, und eine Frau, die in der räudigen Auslegeware am Boden nach einem Vorwand für ihre gesenkten Lider sucht. Weiter hinten, auf dem Flur im roten Licht, sickert leises Lachen durch einen Türspalt. Trennwände mit gespenstisch erhellten Trockenblumenarrangements ragen in den Gang und schirmen die Zimmertüren zur Rezeption hin ab, zwingen zum Laufen in torkelnden Schlangenlinien. Zimmer 15 liegt am Ende des Flurs.

Die Aschenbecher sind an den Nachttischen festgeklebt. Von sechs Lichtschaltern am Betthaupt verweigern vier den Dienst, die übrigen tauchen den Raum wahlweise in mehr Licht, als man sich an einem Ort wie diesem wünschen kann, oder lösen ein unheilvolles grünes Flimmern aus. In die Tür eingelassene Schleusen sollen verhindern, dass Gäste, die den Room-Service bestellen, dem Zimmermädchen in die Augen sehen müssen. Aber im Anschluss an ein Klopfen kommen hinter den Schwingklappen nicht nur zwei Dosen Bier, sondern auch ein Gesicht und eine Hand zum Vorschein. Das Zimmermädchen sagt: »Acht Peso.« Während sich im Badezimmer eine Kakerlake über die Fliesen schleppt. Wer im Alojamiento Biarritz Sex haben kann, kann überall. Oder er kann nicht anders.

Sergio, 42, Metallarbeiter: Ich gehe mit meiner Frau regelmäßig in eine Albergue. Bei uns zu Hause ist nicht viel Platz, und dort haben wir wenigstens unsere Ruhe. Aber ich mag den Zeitdruck nicht. Entweder man hat Lust, oder man hat keine. Den besten Sex hatte ich mal mit einem Mädchen unter einer Palme im Lezama-Park, während eines Gewitters. Wir waren dermaßen scharf aufeinander, dass wir essowieso nicht mehr in ein Telo geschafft hätten.

Mag die Leidenschaft der Porteños auch groß sein – ihr Glaube ist größer. 90 Prozent der Bevölkerung sind Katholiken, und einige von ihnen haben in der Vergangenheit eigenwillige Wege gefunden, um das Telo-Treiben einzudämmen. So veranlasste Polizeiinspektor Luis Margaride zwischen November 1960 und Februar 1961 in den Stundenhotels der Hauptstadt mehr als 700 Razzien, bei denen Hunderte von Gästen festgenommen wurden. Margaride hat später stets bestritten, dass die Strafe für die Inhaftierten vor allem darin bestand, dass man ihre Ehepartner über die Festnahmen informierte. Und über ihren Grund. Jedenfalls wissen es Kunden auch gegenwärtig zu schätzen, dass die Albergues auf Kreditkartenabrechnungen unter Fantasienamen in Erscheinung treten.

In den späten sechziger und frühen siebziger Jahren, in einem Klima von Emanzipation und freier Liebe, boomte der Betrieb. Bis im März 1976 das Militär putschte. Eine städtische Verordnung, die noch immer gilt, erklärte das Geschäft der Albergues zur »tolerierten Aktivität«, die jedoch »weder ehrenwert noch anerkanntermaßen nützlich« sei. Die meisten Argentinier sehen das allerdings anders.

Am späten Samstagabend staut sich der Verkehr auf den Asphaltspuren der Panamericana. Autos ziehen im Schritttempo vorbei an Küchengroßhändlern, Reifenhändlern und kastenförmigen Bauten, die mit glatten, fensterlosen Fassaden Diskretion suggerieren. Die Neonröhren haben es nicht nötig, sich zu expliziten Aussagen zu verbiegen. Wo sie an Dachwinkeln leuchten, weiß jeder, dass sie auf Luxus-Telos am Stadtrand hinweisen, die Edel-Drive-ins der Erotik. Im Stundenhotel Jardines de Babilonia fahren die Gäste an der Rezeption vorbei direkt in die Garagen ihrer Suiten, die sich über ein bis drei Stockwerke ausbreiten. Grüne Sichtblenden verbergen die Nummernschilder der geparkten Fahrzeuge. Sobald die Tür ins Schloss fällt, heißt eine Stimme vom Band die Besucher willkommen in Zimmer Nummer 5, der »Supersuite Zargon«.

Teil II folgt !

Textquelle: Zeit.de